Warum Anziehung im Dating oft täuscht – und was wirklich über die Qualität einer Beziehung entscheidet
- Tanja Hogenkamp

- 23. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Vielleicht kennst du das: Du triffst einen Mann und es funkt sofort. Du hast Schmetterlinge im Bauch, Herzklopfen wenn du ihn siehst und musst ständig an ihn denken. Und gleichzeitig ist da diese leise Hoffnung: „Das muss doch etwas Besonderes sein.“
Doch genau hier liegt leider einer der größten Denkfehler im Dating: Anziehung und Verliebtheit werden häufig mit echter Kompatibilität verwechselt. Das kann dazu führen, dass wir uns immer wieder in Beziehungen wiederfinden, die sich intensiv anfühlen – aber langfristig nicht gut für uns sind.

Anziehung im Dating ist biochemisch – nicht beziehungsweisend
Verliebtheit hat weniger mit Liebe zu tun, als viele glauben. Sie ist vor allem ein hormoneller Zustand:
Dopamin sorgt für Euphorie und Fokus auf die andere Person
Adrenalin für Aufregung und Nervosität
Oxytocin für Nähe und Bindungsgefühle
Diese Hormone sind spürbar – aber sie sagen nichts über die Qualität einer Beziehung aus.
Was wir als starke Anziehung erleben, ist oft eine Mischung aus:
Projektionen (wir sehen, was wir sehen wollen)
Sehnsüchten (nach Nähe, Sicherheit, Bestätigung)
alten Bindungsmustern (z. B. emotionale Unerreichbarkeit, Drama)
Das Gefühl ist real – die Interpretation jedoch häufig nicht.
Wenn Anziehung alte Muster aktiviert
Besonders intensive Anziehung entsteht oft dort, wo etwas vertraut ist. Unser Nervensystem erkennt alte Dynamiken wieder – selbst wenn sie uns früher nicht gutgetan haben. Dies kann durch deine Erfahrungen aus der Kindheit geprägt sein, wenn du z.B. immer für die Anerkennung deiner Eltern kämpfen musstest, oder sie emotional distanziert waren.
Typische Beispiele:
Du fühlst dich stark angezogen von emotional distanzierten Männern
Drama fühlt sich „lebendig“ an, Ruhe dagegen schnell langweilig
Unsicherheit wird mit Leidenschaft verwechselt
Das Problem: Anziehung reagiert auf Bekanntes, nicht auf Gesundes. Sie ist also kein verlässlicher Indikator dafür, ob du mit einem Mann eine gesunde Beziehung führen kannst.
Anziehung sagt nichts über Beziehungskompetenz aus
Ein Mann kann attraktiv sein, charismatisch auftreten und sogar starke Gefühle in dir auslösen und trotzdem nicht beziehungsfähig sein.
Anziehung beantwortet nämlich keine der wirklich wichtigen Fragen:
Kann er Verantwortung für seine Gefühle übernehmen?
Ist er konfliktfähig?
Ist er verlässlich?
Ist er emotional verfügbar?
Teilt ihr ähnliche Werte und Zukunftsvorstellungen?
Diese Faktoren entscheiden tatsächlich darüber, ob eine Beziehung sicher, stabil und erfüllend wird – nicht die Intensität der ersten Gefühle.
Liebe braucht keine Verliebtheit – sondern Verbindung
Ein weit verbreiteter Mythos im Dating lautet: „Wenn ich nicht sofort verliebt bin, ist es nicht richtig.“ Häufig geben wir dann frühzeitig auf, weil das Kribbeln nicht sofort da ist.
Doch stabile, gesunde Beziehungen entstehen oft anders:
ruhig statt überwältigend
vertraut statt dramatisch
verbindend statt triggernd
Liebe ist kein Adrenalinrausch. Sie ist eine tiefe Verbindung, die mit der Zeit wächst – durch Verlässlichkeit, emotionale Sicherheit und gegenseitigen Respekt. Hierzu ist allerdings Geduld nötig und die Bereitschaft, sich wirklich kennenzulernen.
Geduld ist der Schlüssel zu echter Kompatibilität
Kompatibilität zeigt sich häufig nicht direkt beim ersten Date, sondern über einen längeren Zeitraum. Sie zeigt sich darin:
wie ihr miteinander kommuniziert
wie ihr mit Grenzen umgeht
wie ihr Konflikte löst
wie du dich mit ihm fühlst (ruhig, sicher, gesehen?)
Dafür braucht es Zeit und Geduld – und die Bereitschaft, Gefühle nicht sofort überzubewerten. Es ist wichtig den Mann nicht auf ein Podest zu stellen, sondern achtsam zu bleiben, wie sich eure Verbindung entwickelt. Beobachte seine Verhaltensweisen und höre zu, was er sagt, statt Luftschlösser zu bauen. Nimmt er sich wirklich Zeit für dich? Kannst du beim Date du selbst sein? Dies solltest du beim Dating im Blick behalten.
Fazit: Nicht das Gefühl entscheidet – sondern die Verbindung
Anziehung kann der Anfang sein, aber sie ist kein Beweis für Liebe und erst recht kein Maßstab für eine erfüllende Beziehung.
Wenn du aufhörst, intensive Gefühle mit richtiger Verbindung zu verwechseln, öffnet sich der Raum für etwas viel Wertvolleres: eine ruhige, tiefe, stabile Beziehung auf Augenhöhe.
Wenn du lernen möchtest, Anziehung bewusster einzuordnen, alte Muster zu erkennen und Dating‑Entscheidungen aus innerer Klarheit zu treffen, begleite ich dich im Rahmen meines Single Coaching "Ready for Love Coaching" gern dabei.
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Ich freue mich auf deine Anfrage.



